geniales segeln im kleinen Belt…

… mit durchschnittlich 6,2 Knoten passiere ich den westlichsten Punkt meiner Reise – von Aerosund nach Ærosköbing.

Der Hafen in Juelsminde war trotz der Tatsache für mich als Nothafen ausgewählt zu werden sehr nett. Alles war fussläufig und der neue Teil des Hafens angenehm und sehr hübsch. Für mich sollte es jedoch weiter gehen, nach Aerosund. Gegen 6.00 Uhr klingelt daher der Wecker und kurz danach werfe ich die Leinen los, um die gut 36 NM ins Kielwasser der jolågo zu bringen.

Der Wind kam mit anfangs ganzen 2 Knoten aus südwestlicher Richtung, daher bin ich die ersten Meilen motort, konnte jedoch ab Middelfart mit Winden um die 12 Knoten hervorragend segeln.

Der kleine Belt ist ( genau wie das Wetter an diesem Tag ) herrlich, er erinnert mich zeitweise etwas an den Norrevikken, den nördlichen Bereich des bottnischen Meerbusen. Einziger Unterschied sind die Sandstrände und unzähligen Tümmler, die ich übrigens seit dem Öresund täglich sehe.

Gegen 15.00 Uhr erreiche ich den Hafen von Aerosund. Zeitgleich mit mir treffen meine Travemünder Freunde mit ihrer Felja Finn, einer wundervollen, Ketsch getakelten, englischen Yacht ein.

Geniales Timing und sehr große Freude, nach 4,5 Monaten treffen wir uns ausgerechnet im kleinen Belt wieder 😉 Es gibt viel zu erzählen und so verbringen wir einen sehr netten und noch viel längeren Abend bei gutem Essen und anschliessend noch besserem Wein an Bord der Felja Finn. Der nächste Morgen wartet mit süwestlichen Winden um die 24 Knoten, in Böen bis 33. Daher geniesse ich die Einladung zu einem sehr ausgedehnten Frühstück auf der Felja Finn, bevor wir uns an die Planung einer gemeinsamen Etappe machen.

Jan ist der jüngste deutsche IF-Boot Segler und mit seinen 13 Jahren stolzer Besitzer der N-Joy ( IF – 2227). Da Jan die meiste Zeit im holländischen Binnenrevier segelt ist er ganz scharf darauf, die anstehende Etappe auf der jolågo mit zu segeln.

Unser Ziel, das rund 33 Meilen entfernte Ærosköbing. Da der Wind weiterhin mit Böen um die 33 Knoten pustet, setzen wir die Segel im ersten Reff.

jolågo schiesst nur so durch die Wellen und bei einem Schnitt von 6,2 Knoten Speed bringen wir die vor uns liegende Strecke in weniger als 5 1/2 Stunden ins Kielwasser.

Jan ist überglücklich und freut sich schon auf die kommende Saison, denn dann liegt seine N-Joy in Travemünde.  Ich denke, er wird mir dann gemeinsam mit meinen Jungs zeigen, wer der der schnellere Segler ist 😉

Diese Etappe hat riesigen Spaß gemacht, gemeinsam sind wir die gesamte Strecke mit der Felja Finn als Flotille gesegelt. Einzig kurz vor Ærosköbing wurde Dietmars Ehrgeiz gepackt, als die Vanity ( ein dänischer Zwölfer ) lediglich unter Genua an der Felja Finn vorbeizog musste er versuchen mitzuhalten… Der Vorteil für uns, die Annahme der Leinen im Hafen war uns sicher 😉

Gestern Abend kam noch ein weiteres IF Boot in den Hafen, zwei Mädels aus Kopenhagen. Als die beiden interessiert an meinem Boot standen, haben wir sie spontan zu einem Drink auf die Felja Finn eingeladen.

Mutig, die beiden Mädels sind lediglich mit einem Übersegler von Kopenhagen bis Flensburg unterwegs und unterwegs schon einige Male vom eigentlichen Weg abgekommen… der knappe Kommentar : „aber irgendwie kommen wir doch immer an“ – Nix für mich…

Eigentlich sollte es dann heute früh weitergehen, für mich in Richtung Fünens Süden und für die Felja Finn Richtung Travemünde. Der schreckliche Sven ( das Tief über dem Norden ) hatte jedoch anderes vorgesehen… Der Wind hat über Nacht aufgefrischt und die Böen knallen mit teilweise mehr als 40 Knoten über unsere Masten hinweg. Zu allem Übel ist das Wasser im Hafen dann auch noch um einen Meter gefallen und bei nunmehr 1,5 m Wassertiefe stecken neben der Felja Finn noch einige weitere Yachten im Schlick der Ærosköbinger Hafen fest 😦

Um es mit den Worten der heutigen Jugend auszudrücken : Es wird ein chilliger Hafentag – und ich denke das ich erst Morgen Nachmittag oder Donnerstag früh weiter segel.

Dann hoffen wir mal auf besseres Wetter und bis dahin…

…Reffen und Traveller nach Lee

jolågo und Ingo

2 Antworten zu “geniales segeln im kleinen Belt…

  1. Hi Ingo,

    aus gegebenen Anlass hier ein Link:

    http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,779484,00.html

    VG
    Max

  2. Hej Ingo,
    es ist doch schon lustig, wo man sich wieder trifft…in Ærosköbing auf dem WC 🙂
    Es war ein schöner Tag und Abend mit Dir…Deinen Erzählungen zu lauschen und den neuesten Tratsch auszutauschen. Wie die Zeit doch vergeht!
    Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Travemünde bei der GW 2011!

    Besten Gruß von der IMAGINE
    Axel

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